"Planlose" Weihnachten

Neulich sprach mich auf der Straße ein ortsfremder Tourist an. Schon bei der ersten Frage wurde klar: Hier ging es nicht um eine einfache Wegbeschreibung, hier war längere Hilfestellung nötig. Und plötzlich stand ich vor der Wahl: lasse ich die Verschiebung meiner Termine zu oder delegiere ich ins Ungewisse weiter? Darf meine – durchaus wichtige- ToDo-Liste unterbrochen werden, darf Gott Planänderungen vornehmen? Oder bleibe ich bei meinen vorgefassten Abläufen?

Weihnachten ist ein gutes Beispiel für ungeplante Verschiebungen. Marias Absicht, Josef zu heiraten und eine Familie mit ihm zu gründen, wird jählings umgestoßen. Josefs Idee, sich in Nazareth als Zimmermann anzusiedeln, wird über den Haufen geworfen. Herodes Zukunft als dauerhafter Herrscher Palästinas erfährt einen Dämpfer. Und aus einer kalten, ruhigen Nachtwache bei den Schafherden wird ein aufregendes Abenteuer…. Ein neugeborenes  Kind bringt den bisherigen Lauf der Geschichte durcheinander.

Die Krippe ist eine Anfrage, ob wir bereit sind, unsere (Lebens-)Entwürfe in Frage zu stellen, uns unterbrechen zu lassen für das Ungeplante. Eine Herausforderung, sich mit den nicht vorhersehbaren Wegen Gottes auseinanderzusetzen. Und Advent ist die Möglichkeit, achtsam(er) über Verschiebungen von Geld, Zeit, Aufträgen, Mitarbeit und Richtungen umzugehen.

In diesem Sinne: „Planlose“ Weihnachten!

Herzlichst eure Diakonin Uta